Ihr Warenkorb ist leer.

Skip to Main Content »

Die hinteren Gründe

Kuhn, Christoph

Die hinteren Gründe


978-3-86160-405-1

Verfügbarkeit: Lieferbar

14,00 €
Inkl. 7% MwSt. Exkl. Versand

Kurzübersicht

Wer erinnert sich nicht an jene wunderbaren Orte der Kindheit, die einem später wie eine Idylle vorkommen. Für den elfjährigen Tilman sind es „die hinteren Gründe“ im Garten der Großeltern in Dresden.

Die hinteren Gründe

Klicken Sie doppelt auf das obere Bild, um es in voller Größe zu sehen

Verkleinern
Vergrößern

Produktbeschreibung

Eine gekonnt, bisweilen heiter erzählte Geschichte über die Anfänge eines bewussten Lebens gegen das sozialistische Menschenbild. Der Ausgang ist offen, künftige Konflikte scheinen unausweichlich.
Udo Scheer / Mitteldeutsche Zeitung


Der Roman besticht durch außergewöhnliche Intensität und Glaubwürdigkeit, mit der er die Empfindungen eines Heranwachsenden so beschreibt, dass man beim Lesen selbst hineingezogen wird. (…) Die Sprache sensibilisiert klingend, duftend und bildhaft die Sinne für Untertöne, Nuancen und Zusammenhänge, anstatt von oben herab Meinung zu machen, Nostalgie zu beschwören oder Klischees zu bedienen.
Susanne Brandt / Tag des Herrn


Der Autor lässt nicht nur Tilmans kindliche Welt, sondern auch die der Eltern und Großeltern in ihrem eignen Sprachduktus entstehen. Dabei wirkt er nie belehrend oder nostalgisch. Stattdessen werden auf einfache Weise durch sehr präzise Art Bilder geweckt, Nuancen beschrieben. Wort- und Sprachwitz nehmen dem Roman jegliche Schwere, und die Überlegungen eines Elfjährigen können in ihrer Logik schon verblüffend sein. (…)


Das Reizvollste am Stil von Christoph Kuhn ist seine klare, schlichte Sprache, gemischt mit einer ganz exakten Beobachtungsgabe. So erlebt der Leser Situationen wieder, die er schon vergessen hat, die ihm aber, wenn er daran erinnert wird, sofort wieder völlig vertraut sind. Es ist wie ein bestimmter Geruch, den man lange nicht wahrgenommen hat und der einen dann plötzlich in eine andere Zeit zurückversetzt.
Birgit Koß / Deutschlandradio Kultur


Mit akribischer Genauigkeit verleiht Christoph Kuhn dem Roman unverwechselbares lokales und zeittypisches Kolorit. So prägnant ist die Stadt an der Elbe bisher nur selten abgebildet worden. (…)


Mit hoher Sensibilität erfasst der Autor die Befindlichkeiten seines kindlichen Helden und bringt die Widersprüche der 60er Jahre in der DDR mit wohltuender Differenziertheit zur Sprache.
Rudolf Scholz / Sächsische Zeitung


Aus der Perspektive eines Heranwachsenden wird anschaulich und spannend erzählt, wie Christen in der frühen DDR versuchten, ihren Glauben zu leben; wie sie sich gegen ideologische Vereinnahmung wehrten und sich bemühten, einen bildungsbürgerlichen Lebensstil aufrechtzuerhalten.


Neben der atmosphärischen Dichte zeichnet sich das Buch durch eine genaue, teilweise heitere Sprache aus, die dem Verstehenshorizont der Hauptfigur angemessen ist, ohne dabei simpel zu sein.
Jürgen Israel / Mannheimer Morgen

Zusatzinformation

Autor Kuhn, Christoph

Die Hardcover-Ausgabe dieses Romans erschien 2008 unter dem Titel "Am Leben".

Hardcover-Ausgabe vergriffen, keine Nachauflage.

 

Der Autor Christoph Kuhn bietet Lesungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Schulen, Bibliotheken, Kirchgemeinden oder Klubs an und führt Schreibwerkstätten, Kurse für kreatives/biografisches Schreiben durch. Bei Schul-Lesungen ist eine Finanzierung über den Friedrich-Bödecker-Kreis e.V. , http://www.boedecker-kreis.de, möglich.

 

Bei der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig in Punktschrift ausleihbar: Bestellnummer 15962 oder 15963 (2 Exemplare vorhanden). http://www.dzb.de

LEBEN, IMMER WEITER
Zu Christoph Kuhns Roman „Die hinteren Gründe“

„Aus dem Lautsprecherkasten kam die Stimme des sowjetischen Fliegermajors Juri Gagarin, des ersten Kosmonauten der Welt, der den Äther erstürmte und zwischen den Sternen dahinflog. Seine Stimme kam direkt aus dem Weltraum …“ Das war 1961 und für ein 11-jähriges Dresdner Kind aufregender als der Mauerbau desselben Jahres. Tilman heißt der Junge und ist das Alter Ego im Roman „Die hinteren Gründe“ des Autors Christoph Kuhn, der mit seinen Büchern zunehmend zum Chronisten der DDR wird. Schon in früheren Geschichten – zu finden beispielsweise im Sammelband „Tatjanas Zimmer“ – beschäftigt er sich nicht nur mit Vor- und Nachwende-Erzählungen; vielmehr spürt er dem Geschmack einer Kindheit und Jugend nach, den der „erste sozialistische Staat auf deutschem Boden“ in Seele und Gemüt eines Heranwachsenden hinterließ. Denn neben einem normalen Jungen-Alltag, in dem halbverfallene Weltkriegsbunker durchforscht, Kosmonautenabenteuer mit Schwarzpulverraketen nachgestellt oder die Reize von Felizitas’ Alabasterkörper phantasiert werden, gibt es da noch etwas anderes: den Psychodruck in der Schule, wenn der Vater kein Freund der Jungen Pioniere ist und seinen Widerstandsgeist auf dem Rücken der Kinder lebt. Lehrer, die Heine und Morgenstern im Unterricht lesen und von Heut auf Morgen verschwinden. Den strengen Hinweis im Russischunterricht von Frau Frischbier, dass „Woskresenje“ Sonntag und nur Sonntag heiße (und nicht auch „Auferstehung“, wie ein vorwitziger Schüler meint). Und weil Tilman in einer christlichen Familie aufwächst, ist die Welt der Gedanken und Wörter geteilt. Zu Hause gelten andere Werte als in der Schule. Aber es gibt die Flucht in die Baumkronen der „Hinteren Gründe“. Dort träumt sich Tilman aus dem „Tal der Ahnungslosen“ in den Wilden Westen, nach Indien oder wenigstens bis nach Regensburg. In Gedanken wer weiß wohin reisen: das ist ein wiederkehrender Topos in Kuhns Werk.

Der Alltag mit seinen Fährnissen, Sehnsüchten, Ernüchterungen und mit seinen glücklichen Momenten interessiert ihn mehr als die große Politik – doch immer wieder bricht sie durch: mit Drohungen gegen allzu Unangepasste, der Furcht vor dem „Atom“, dem düsteren Raunen der Erwachsenen um Onkel Pauls Erstummen nach sieben Jahren Haft. Weder ostalgisch-verklärend noch besserwisserisch-verdammend schreibt Kuhn; was er macht, ist: er erinnert. Sich und andere. Zwanzig Jahre nach dem Mauerfall und dem erschreckend rudimentären Wissen insbesondere von jungen Menschen ein Buch zur rechten Zeit. Geschrieben in einer feinen, authentischen Sprache aus der Perspektive eines Heranwachsenden, der immer mehr von der ihn umgebenden Welt erkennt – nicht nur äußerlich durch eine neue Brille, sondern auch und vor allem: dass er sich ändert und mit ihm die Welt. An der Wand, „wo die Silberbüchse gehangen hatte, waren Fotos von Schauspielern und Schauspielerinnen gezweckt. Tilman wusste nun, was er sich bisher noch nicht hatte eingestehen wollen – es gab keinen Stamm der Apachen mehr.“ Gagarin ist gelandet, die Mauer trennt Berlin. Eine neue Zeitrechnung beginnt.

Tristan Berger in oda Ort der Augen, 4/2010

Seitenzahl 151 Seiten
Maße 21 × 14 cm
Form Broschur
URL http://www.kuhn-christoph.de

Sie könnten auch an folgenden Produkten interessiert sein

Die verborgene Herrlichkeit

Die verborgene Herrlichkeit

5,00 €

Kundenmeinung

Kreuzweg

Kreuzweg

5,00 €

Kundenmeinung

Martin sucht die Freiheit

Martin sucht die Freiheit

9,90 €

Kundenmeinung